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Freiburger Wochenbericht: Monika Stein will als Kommunalpolitikerin punkten

Für Monika Stein ist der Wahlkampf zur Nebensache geworden. Am Freitagabend war Ulrike Stein, die Mutter der OB-Kandidatin, als vemisst gemeldet worden. Nach einer groß angelegten Suchaktion über das Wochenende wurde die 77-jährige und an Demenz erkrankte Frau dann am Montag tot aufgefunden. Bereits zuvor hatte Monika Stein all ihre Wahlkampftermine abgesagt, auch eine geplante Podiumsdiskussion mit ihr, Dieter Salomon und Martin Horn fand kurzfristig nicht statt.

Noch am vergangenen Mittwoch erlebte die Öffentlichkeit die Wahlkämpferin Monika Stein, die sich große Hoffnungen auf ein starkes Resultat im zweiten Wahlgang macht. „Zweifel? Ich? Nein“, sagte die 48-jährige Werkrealschullehrerin, als sie ihre erneute Kandidatur bekanntgab. Mit ihren 26,2 Prozent hatte die kommunalpolitisch erfahrene Kandidatin eines breiten linksliberalen Bündnisses viele Beobachter überrascht – auch sich selbst. Dem Amtsinhaber Dieter Salomon wirft sie eine Weiter-So-Mentalität vor, während sie Kontrahent Martin Horn für seine ihrer Ansicht nach zu wenig konkreten Inhalte kritisiert. „Mir ist bei beiden nicht klar, wofür sie die nächsten acht Jahre stehen wollen“, sagt sie.

Die Stadtbau als Schlüssel für günstigeren Wohnraum, eine konsequente Umsetzung der 50-Prozent-Quote für geförderte Mietwohnungen, mehr Freiräume im Kultur- und Nachtleben sowie faire Kitagebühren – das sind Steins Kernforderungen. Dem vielfach geäußerten Vorwurf, mit ihrer erneuten Kandidatur habe sie den Wechsel an der Stadtspitze unwahrscheinlicher werden lassen, weist sie von sich: „Unsere Inhalte können wir nur so durchbringen. Ich glaube es ist ein Dreikampf.“ Und so wird die Stadträtin der Grünen Alternative nicht müde, zu betonen, was ihr größter Vorteil gegenüber Martin Horn ist: „Ich weiß, wie die Verwaltung arbeitet. Und ich kenne die Situation in den Stadtteilen sehr gut“. Glaubwürdigkeit zählt zu den Stärken von Monika Stein, die 2004 zum ersten Mal in den Gemeinderat gewählt wurde. Ihr großer Wunsch, ihren männlichen Kontrahenten im Wahlkampf die Wählerstimmen abzuluchsen, wird nun von der traurigen Nachricht vom Montag überschattet.

Quelle: Freiburger Wochenbericht, 26.5.2018