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Freiburger Stadtkurier: Wer macht das Rennen?

Endspurt: Am Sonntag steht der 1. Durchgang der Freiburger OB-Wahl an

Die Spannung steigt, die Wahlkämpfer mobilisieren ihre letzten Kräfte und Argumente: Am Sonntag steht der 1. Wahlgang zur Freiburger Oberbürgermeisterwahl 2018 an.

Es war insgesamt ein keineswegs krawalliger Wahlkampf — die fünf Männer und die eine Frau wollten und wollen die 171.300 Wahlberechtigten durchaus mit Sachlichkeit überzeugen. Unter diesen befinden sich erstmals auch 16- und 17-Jährige. Ist der Anteil derjenigen Wähler, die Briefwahlunterlagen beantragt haben, ein Indikator für das Interesse? Insgesamt werden diesmal 13 Prozent der Wahlberechtigten per Brief abstimmen oder haben das bereits getan — eine deutliche Steigerung gegen- über der OB-Wahl 2010, aber wie erwartet weniger Menschen, als von dieser Möglichkeit bei der Bundestagswahl Gebrauch gemacht haben.

Harte sachpolitische Auseinandersetzungen gab es in diesem Wahlkampf nur bedingt, eher ging es darum, wer die geeignetste Person und Persönlichkeit ist, die Stadt in den kommenden acht Jahren voranzubringen. Amtsinhaber Dieter Salomon (Grüne) ist seit 16 Jahren OB Freiburgs — und möchte es auch in den nächsten acht Jahren bleiben.

In seinem Lager hofft man auf eine gute Wahlbeteiligung, denn die größte Sorge hier ist, dass viele Bürgerinnen und Bürger der Abstimmung fern bleiben, weil sie erwarten, der Titelverteidiger werde ohnehin das Rennen machen.

A propos Wahlbeteiligung: In Freiburg pendelte sich diese bei OB-Wahlen seit 1990 stets bei knapp über oder knapp unter 50 Prozent ein, um 2010 auf 45,2 Prozent abzusinken: Damals siegte Dieter Salomon im ersten Wahl- gang mit 50,5 Prozent vor Sozialbürgermeister Ulrich von Kirch- bach (SPD), der auf 29,2 Prozent kam, und dem politisch im linken Lager stehenden Günter Rausch, der 20,1 Prozent erreichte.

Am ehesten diesem Lager zuzuordnen ist dieses Mal die Stadträtin der Grünen Alternative, Monika Stein, die von der Linken Liste und den Unabhängigen Frauen im Gemeinderat sowie der Fraktion der JPG (Junges Freiburg — Die Partei — Grüne Alternative) und dem Kreisverband der Linken unterstützt wird. Steins Ziel dürfte es neben einem möglichst guten Abschneiden auch sein, Salomon am

Sonntag unter der 50-Prozent-Marke zu halten, was einen 2. Wahlgang zur Folge hätte. Ähnlich sieht es wohl bei Martin Horn aus — dem von der SPD, der Kulturliste und dem Verein „Freiburg Lebenswert“ unterstützten parteilosen Kandidaten.

Ohne die Unterstützung von Parteien und Wählergruppen sind die drei anderen Kandidaten in den Wahlkampf gezogen. Der arbeitssuchende Lehrer Man- fred Kröber ist zwar Mitglied der Grünen, die aber unterstützen bereits Dieter Salomon. Keine Parteimitglieder sind derweil der Unter- nehmer Stephan Wermter sowie der Diplom-Volkswirt Anton Beh- ringer, die auf einen Achtungserfolg hoffen.

Bis 18 Uhr haben am Sonntag die Wahllokale geöffnet. Mit einem vorläufigen Endergebnis wird gegen 19.30 Uhr gerechnet. Außer auf dem Rathausplatz kann man sich auch im Internet über die Auszählung informieren: Unter www.freiburg.de können sich Interessierte ab 18 Uhr auf dem Laufenden halten.

Das amtliche Ergebnis der Oberbürgermeisterwahl stellt der Gemeindewahlausschuss dann am Donnerstag, 26. April, um 13 Uhr im großen Sitzungssaal im Rathaus am Stühlinger fest. Und spätestens dann, vermutlich aber schon am Sonntagabend, wissen die Freiburgerinnen und Freiburger letztlich auch, ob der 1. Wahlgang bereits eine Entscheidung gebracht hat — oder ob das Wahlvolk am 6. Mai noch einmal an die Urnen gebeten wird.

Stefan Ummenhofer