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DER SONNTAG: Varianten des Fünfstelligen

Mit welchen Ressourcen die Kandidaten der großen Lager in den OB-Wahlkampf starten.

Dieter Salomon, Martin Horn und Monika Stein galten zum Zeitpunkt der Bekanntgabe ihrer Kandidatur als die drei aussichtsreichsten Kandidaten für die OB-Wahl. Mit welchen Ressourcen und welchen Strategien gehen sie in den Wahlkampf? Eine Übersicht.

Ein OB-Wahlkampf kostet Geld, Zeit und Arbeitskraft. Ohne Spenden geht wenig, Dienstleister und Freiwillige müssen ran, um Plakate zu gestalten, Webseiten zu basteln und Flyer zu verteilen. Strategien sind gefragt: Erreicht man die Menschen eher auf der Straße, in Veranstaltungen oder mittlerweile mehr über Twitter und Like-Buttons? Der Sonntag fragte Dieter Salomon, Kandidat der Grünen, die für ein linkes Bündnis antretende Monika Stein und Martin Horn, parteiloser Kandidat mit SPD-Unterstützung, wie sie sich für den Wahlkampf aufgestellt haben.

Das Geld

Monika Stein finanziert ihren Wahlkampf nach ihren Angaben rein aus Spenden. „Insgesamt rechnen wir mit 10 000 Euro, wenn’s gut läuft, mit 15 000 Euro.“ Martin Horn kalkuliert mit einem „niedrigeren fünfstelligen Betrag“, aufgeteilt auf einen von der SPD gestellten Grundetat und Spenden. Dieter Salomon steht ein Betrag von 53 000 Euro Wahlkampfrücklagen der Grünen zur Verfügung, dazu kommen Spenden. Landen möchte man nach Salomons Angaben bei „etwas unter 100 000 Euro“, im Idealfall komplett aus Spenden.

Die Mannschaft

Im Team von Dieter Salomon finden sich mit Jan Otto ein bezahlter Wahlkampfmanager und nach dessen Angaben dazu ein fester Kern von sieben bis 12 Ehrenamtlichen sowie ein vergüteter Praktikant. Webseite, Filme und Fotos kommen von professionellen Dienstleistern, ein vergangene Woche konstituierter Unterstützerkreis aus der Bürgerschaft umfasst bislang rund 120 Personen.

Martin Horn hat sich ein Team von 15 bis 20 Personen „aus ganz Deutschland“ mitgebracht, darunter finden sich beispielsweise ein Wahlkampfkoordinator, eine Grafik-Designerin, zwei Social-Media-Beauftragte und ein Fotograf. Abgesehen von einer 450-Euro-Stelle arbeiten nach Horns Angaben alle ehrenamtlich.

Monika Steins im Netz als „#teamstein“ beworbene Truppe besteht aus zehn bis 15 Personen, die von der Webseite bis zur Veranstaltungsorganisation alles unentgeltlich erledigen.

Wahlkampf draussen…

Vom Fasnetsumzug bis zum Eishockeyspiel, seit Jahresbeginn stößt man bei zahlreichen Events auf mindestens einen der Kandidaten, wenn nicht auf alle drei. Auf klassischen Straßenwahlkampf – inklusive Infoständen und die obligatorischen Plakate verzichtet keiner der drei Bewerber um das OB-Amt. Dieter Salomon setzt vor allem auf Stände auf Stadtteilmärkten, an öffentlichen Orten in den Stadtvierteln und in der City. Auch Monika Stein setzt auf Stände, in der Innenstadt wie in den Stadtteilen und den Ortschaften am Tuniberg. Martin Horns Strategie heißt „Stadtteilwochen“ – jede Woche will er in einem anderen Quartier zum Bier laden, auf Veranstaltungen gehen und mit Akteuren reden.

…in klassischen Medien…

Werbung in auflagenstarken Printmedien oder gar im Radio wird es für Monika Stein nicht geben. „Unser Etat reicht dazu nicht aus.“ Was Martin Horn in Printmedien investieren wird, will er vom Spendenaufkommen abhängig machen, in der Dimension gehe es aber eher in Richtung kleiner Stadtteilmagazine. „In richtig große Breitenwirkung zu investieren, können wir uns nicht leisten.“ Dieter Salomon dagegen plant, flächendeckend präsent sein, von Stadtteil- und Bürgerblättern bis zu den großen Freiburger Zeitungen. Radio sei nicht vorgesehen, sagt Wahlkampfmanager Jan Otto, was man noch prüfe, sei dagegen Werbung in Kinos..

…und im NETZ

Webseiten muss man heute nicht mehr erwähnen, dafür wird der aktuelle OB-Wahlkampf der erste in Freiburg sein, bei dem Soziale Medien eine echte Rolle spielen. Das Salomon-Team plant mit Facebook als Info-Kanal und zum Setzen optisch aufbereiteter Themen, Vimeo und Youtube dienen als Video-Kanäle. Sowohl auf Face- book als auch in Youtube will man auch bezahlte Anzeigen verwenden.

Auch Monika Stein nutzt Facebook und hat dort auch schon für die Bewerbung einzelner Beiträge bezahlt, weiterhin verwendet sie Instagram, Twitter – und Snapchat, den vor allem unter jungen Leuten verbreiteten Media-Messenger.

Martin Horn nutzt Facebook und Instagram. „Eventuell noch weitere Dienste, je nach Verlauf des Wahlkampfs.“ Punktuell, sagt er, werde man die kommerziellen Werbemöglichkeiten der Anbieter nutzen. „Aber ich setze eher auf Teilen und Verlinken.“

Quelle: http://www.der-sonntag.de